Am Wochenende vor den Weihnachtsferien war für das Stahlservicecenter des Stahllieferanten auf Fünen große Bescherung – so hatte es für Außenstehende zumindest den Anschein – denn als NLT Automation den neuen Messerbauroboter lieferte, wurde er auf der Ladefläche eines LKW als riesiges Weihnachtsgeschenk verpackt vorgefahren.

 

Unter dem Geschenkpapier versteckt war eine komplette Roboterzelle mit zugehöriger Einhausung. „Wir haben diesem Tag mit großer Spannung entgegengefiebert und die Ankunft sorgfältig vorbereitet. Unter anderem haben wir den Fußboden aufgebrochen, um Platz für den Neuankömmling zu schaffen. Die Lieferung erfolgte genau zum vereinbarten Zeitpunkt und schon nach fünf Stunden stand die gesamte Zelle an Ort und Stelle“, berichtet Martin Helle, technischer Leiter bei Ib Andresen Industri.

 

Seitdem haben Ib Andresen Industri und NLT Automation intensiv daran gearbeitet, den Roboter für den täglichen Einsatz einzurichten. Ib Andresen Industri hatte gehofft, den Roboter bereits zu Beginn des neuen Jahres in Betrieb nehmen zu können. Aus diesem Grund standen Programmierung und Probelauf der Zelle unter einem gewissen Zeitdruck, denn auch das Bedienpersonal musste noch eingewiesen werden können.

 

Laut Martin Helle hat sich die Hoffnung bereits erfüllt: „Das Team von NLT Automation und unsere eigenen Kollegen haben wirklich alles daran gesetzt, die Zelle einsatzbereit zu machen. Nur dank dieses Engagement konnten wir die Längsteilanlage schon wieder in Betrieb nehmen.“

 

Ade zu achttausend Kilo Heben – am Tag!

Das manuelle Rüsten von Längsteilanlagen ist für das Bedienpersonal körperlich schwere Arbeit, weshalb die Installation des neuen Messerbauroboters auf dem Plan stand, seitdem dieser erstmals als eine Investitionsmöglichkeit zur Sprache kam.

 

„Zum Spalten eines neuen Coils mussten wir erst einmal die Messer von den Armen des Drehkreuzes nehmen und anschließend neue anbringen. Da kommen bis zu tausend Kilo zusammen, die angehoben werden müssen. Bei sieben bis acht Wechseln in einer Schicht sind das bis zu achttausend Kilo an einem Tag. Mit der neuen Anlage bleibt uns das nun erspart“, erklärt einer der Bediener.

 

Die Investition macht sich aber nicht nur ergonomisch bezahlt, erklärt Martin Helle: „Durch den Wegfall manueller Rüsttätigkeiten werden auch die menschlichen Fehler ausgeschlossen, für die ja immer ein gewisses Risiko besteht, wenn der Mensch beteiligt ist.“

 

Auf die Frage, wie die durch den Messerbauroboter gewonnene Zeit dann genutzt werden kann, weiß Martin Helle sofort eine Antwort: „Wir haben einen Engpass an der Verpackungsanlage, wo die fertigen Spaltbänder gebunden und verpackt werden. Diesen Engpass können wir beheben, sodass die Spaltbandproduktion reibungsloser abläuft.“

 

Die Investition ist Teil der Unternehmensstrategie von Ib Andresen Industri für mehr Automatisierung und verbesserte Arbeitsbedingungen.